Haithabu: Auf den Spuren der Wikinger

Eine Dreiviertelstunde Autofahrt von Kiel entfernt, liegt Haithabu – der einst mächtigste Dreh- und Angelpunkt der Wikinger in Nordeuropa. Noch heute kann man dort auf den Spuren der nordischen Völker wandeln. 2018 wurde der geschichtsträchtige Handelsplatz von der UNESCO zum Welterbe ernannt. Wir erklären, warum Haithabu für die Wikinger eine so tragende Rolle gespielt hat.

Wichtigste Handelsstätte im Norden Europas

Was natürlich zuerst auffällt, wenn man sich Haithabu auf einer Karte anschaut: Es liegt direkt am Wasser. Genauer gesagt an der Haddebyer Noor, einem Binnensee in Schleswig-Holstein, der mit einem Meeresarm der Ostsee verbunden ist. Für die Wikinger, für die die Seefahrt eine große Rolle spielte, war Haithabu in der Hinsicht ein optimaler Standort. Die Tageszeitung Welt hat es sogar als „Tor der Wikinger nach Europa“ beschrieben. In der Tat war die Siedlung der größte Umschlaglatz Nordeuropas, in der insbesondere der Handel mit orientalischen Textilien und Luxusgütern, nordischen Pelzen, Geweihen und Metallen sowie russischem Honig und Harz florierte.

Haithabu, das nach Angaben der Welt in altnordisch „Siedlung auf der Heide“ bedeutet, entstand um 770 und existierte für gut 300 Jahre. Besetzt wurde es überwiegend von dänischen Wikingern sowie Händlern und Kriegern aus Schweden, den sogenannten Warägern. Obwohl sich hier gerade einmal 1.000, zu Hochzeiten 2.000, Menschen niedergelassen haben, wurde es zu einem der wichtigsten Umschlagplätze für den nordeuropäischen Handel. Einer der Gründe waren sicher auch die implementierten Sicherheitsmaßnahmen. Zum Schutz der Güter errichteten die Wikinger das Danewerk, eine riesige Festung, die unter anderem aus zwei Wallburgen, Wehrgräben und einem Seesperrwerk bestand. Noch heute lassen sich Überreste in Form von Erdwällen entdecken. Zusammen mit Haithabu wurde das Danewerk vor drei Jahren von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt.

Neuer Rekord im Haithabu Museum: 180.000 Besucher im letzten Jahr

Heute, fast 1.000 Jahre nach dem Ende der mächtigen Handelssiedlung, kann man im Museum Haithabu eine Reise zurück in die Vergangenheit antreten. Wie auf der offiziellen Museumswebseite berichtet wird, wird anhand von sieben rekonstruierten Häusern dargestellt, wie die Menschen dort im Frühmittelalter gelebt haben. Letztes Jahr konnte das Museum Rekordzahlen von 180.000 Besuchern verzeichnen. Der Hype um die Wikinger ist nicht verwunderlich, spiegelt er sich doch auch in Filmen, Büchern und Computerspielen wider. Das russische Historiendrama „Viking“ aus dem Jahr 2016 erzählt z. B. die Geschichte des Prinzen Vladimir, der nach Schweden ins Exil geht, um dort eine Wikinger-Armee zu gründen und seine Heimat, das Kiewer Rus, zurückzuerobern. In dem Survival-Game Valheim muss man dem Onlinemagazin Heise zufolge gegen mystische Gestalten wie Zwerge, Trolle und Feuergeister antreten, um zu beweisen, dass man dem Walhall, dem Ruheort gefallener Krieger, würdig ist. Der Videoslot „Vikings Go Berzerk“ punktet durch seine liebevoll gestalteten Wikinger-Charaktere. Das Spiel besteht aus 25 Gewinnlinien und kann beispielsweise im Cherry Casino gespielt werden. Auch das Actionspiel „War of the Vikings“ widmet sich der Thematik ausführlich. Der Computerspielezeitschrift GameStar zufolge steht dabei der Krieg zwischen den Nordmännern und den Angelsachsen im Vordergrund. Es ist zudem die Fortsetzung von „War of the Roses“.

Vom 8. bis zum 11. Jahrhundert war Haithabu eine florierende Handelssiedlung, die hauptsächlich von dänischen und schwedischen Wikingern besetzt wurde. Noch heute kann man in dem gleichnamigen Museum unweit von Kiel hautnah erleben, wie die nordischen Völker dort gelebt und gearbeitet haben.

Karte und Anfahrt

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