Hacker-Pschorr Bräuhaus in München

Das Hacker-Pschorr Bräuhaus an der Theresienhöhe war ein großes, traditionsreiches Wirtshaus mit eigener Gasthausbrauerei, das 2007 im frisch renovierten früheren „Pschorr-Keller“ eröffnete. Es diente als modernes Flaggschiff der Hacker-Pschorr-Brauerei, nur einen Steinwurf von der Theresienwiese entfernt. In dem weitläufigen Brauereigebäude vereinte man bayerisches Wirtshaus, italienisches Ristorante und eine Sportsbar unter einem Dach. Die Atmosphäre war entsprechend vielfältig: Im Hauptsaal dominierten zwei kupferglänzende Sudkessel die Szenerie – ein Statement, dass sich hier alles ums Bier dreht. Das Interieur kombinierte rustikale Gemütlichkeit (Holzvertäfelung, Brauerei-Devotionalien) mit dem Trubel eines Großgaststätten-Betriebs. Dank hoher Decken und historischer Brau-Exponate (über 70 Jahre alte Kupferkessel, eine 100-jährige Malzmühle) verspürte man einen Hauch lebendiger Biergeschichte beim Einkehren. In einem abgetrennten Bereich lud ein italienisches Ambiente mit echten Olivenbäumen und offener Küche zum mediterranen Ausflug ein, während die angeschlossene B7-Sportsbar mit Loungemöbeln und Großleinwänden vor allem Fußballfans anlockte.

Küche und Speisen: Kulinarisch bot das Bräuhaus bodenständige bayerische Küche in bester Ausführung. Auf den Tisch kamen ofenfrischer Schweinsbraten in Dunkelbiersoße, resche Schweinshaxen mit knackiger Kruste und obatzda Wurstsalat – alles ohne Schnickschnack, dafür mit hauseigenem Brot frisch aus der Backstube. Gleichzeitig konnte man im italienischen Bereich knusprige Steinofenpizza und hausgemachte Pasta genießen. Diese ungewöhnliche Kombination zweier Küchen machte das Angebot vielseitig: Bayerische Schmankerln und mediterrane Spezialitäten unter einem Dach. Dazu gab es werktags ein günstiges Pasta-Mittagsbuffet für 5,90 € und familienfreundliche Riesengerichte (z.B. „Nudeln satt“ Angebote) im Ristorante-Bereich. Die Qualität der Speisen wurde von Gästen als solide und sättigend beschrieben; gerade die bayerischen Klassiker waren „wie es sich gehört“ zubereitet. Die italienischen Gerichte brachten willkommene Abwechslung und waren vor den Augen der Gäste frisch hergestellt (Nudeln wurden an der Pastatheke gedreht, Eis selbst gemacht). Kurzum: von der Schweinshaxe bis zur Pizza alles da – ein Paradies für gemischte Gruppen und Familien.

Getränkeangebot: Herzstück war die hauseigene Brauerei. Wöchentlich wurde direkt vor Ort nach Saison frisch gebraut – im Frühjahr ein kräftiges Starkbier, im Sommer ein erfrischendes Weizen, zum Herbst selbstverständlich ein Oktoberfestbier und im Winter ein festliches Weihnachts-Festbier. Zusammen mit dem ganzjährig fließenden naturtrüben Hausbier kamen so rund 4.000 Hektoliter im Jahr zusammen. Das entspricht 400.000 Maß – Bier im Überfluss, gebraut unter Aufsicht der Hacker-Pschorr-Brauexperten. Neben diesen hauseigenen Bierspezialitäten vom Holzfass gab es das gesamte Sortiment der Hacker-Pschorr-Brauerei sowie gängige Münchner Biere. Auch Wein, alkoholfreie Getränke und italienische Digestifs (im Ristorante) wurden natürlich angeboten. Besonders hervorzuheben: Das Bier wurde traditionell „wie früher“ aus dem Lagerkeller gezapft – mit sahnigem Schaum und voller Würze. Die Sudkessel als Blickfang unterstrichen, dass hier das Thema Bier zelebriert wurde.

Service: Trotz der Größe des Lokals (über 1.000 Sitzplätze inkl. aller Bereiche) bemühte sich das Personal um zügigen und freundlichen Service. Viele Kellner trugen bayerische Tracht und pflegten den traditionellen Ton. Allerdings kam es bei großem Andrang – etwa während der Messe oder Wiesn-Zeit – auch mal zu Wartezeiten. Der Betreiber Klaus Rehklau war ein erfahrener Wirt, der sich um seine Gäste kümmerte. Im Sportsbar-Bereich herrschte lockerere Stimmung, im Restaurant gediegene Gastlichkeit. Insgesamt wurde das Service-Erlebnis gemischt bewertet: Stammgäste lobten die aufmerksame Bedienung, andere bemängelten zeitweise Überforderung des Personals (kein Wunder bei dieser Kapazität). Nach der Wiesn 2016 klagte der Wirt über rückläufige Besucherzahlen und Umsätze, was letztlich auch zu Entscheidung führte, das Bräuhaus zu schließen.

Preisniveau: Die Preise bewegten sich auf üblich-münchnerischem Niveau für Großbrauereien: Hauptgerichte um 10–15 €, eine Maß Bier etwa 7–8 € (Stand vor Schließung). Das Preis-Leistungs-Verhältnis war angemessen, zumal Portionen sehr großzügig ausfielen und die Qualität stimmte. Besonders das Mittagsbuffet und Familienangebote im italienischen Teil boten ein exzellentes Schnäppchen für den Geldbeutel. Auch das selbstgebraute Bier wurde zu normalen Tarifen ausgeschenkt – angesichts des Schauwerts und Geschmacks ein guter Deal.

Publikum: Das Hacker-Pschorr Bräuhaus zog ein bunt gemischtes Publikum an. Münchner und Touristen kehrten hier gleichermaßen ein – entweder für den „Absacker nach der Wiesn“ oder ein deftiges Essen mit bayerischem Flair. Durch die Nähe zur Messe und zum Einkaufszentrum Forum Schwanthalerhöhe kamen tagsüber auch Geschäftsleute und Messegäste. Abends füllten sich Brauhaus und Biergarten mit großen Gruppen, Stammtischen und Familien (nicht zuletzt dank Kinderspiel-Ecke und italienischen Kindergerichten). Die Sportsbar sprach Fußballfans an, gerade bei Bundesliga-Übertragungen und Großevents. Insgesamt herrschte dadurch eine belebte, internationale Stimmung: vom Stammtischbruder bis zur Reisegruppe fanden alle Platz.

Öffnungszeiten & Besonderheiten: Das Bräuhaus war täglich von ca. 10:00 – 01:00 Uhr geöffnet. Besonderheiten waren die verschiedenen Bereiche: ein großer Biergarten oberhalb des Oktoberfestgeländes (eine grüne Oase im Sommer), Münchens älteste durchgehend betriebene Kegelbahn im Keller (beliebt für Vereinabende), sowie regelmäßige Events wie Starkbieranstich, Livemusik und WM-Übertragungen. Zudem beeindruckte die Größe: Es gehörte zu den größten Wirtshäusern der Stadt, inkl. separatem Trattoria-Saal „Bella Birreria“ und der Lounge B7 Sportsbar. Diese Vielfalt unter einem Dach war einzigartig – vom Weißwurstfrühstück bis zur Champions-League-Nacht war alles möglich.

Fazit: Das Hacker-Pschorr Bräuhaus vereinte Tradition und Innovation in beeindruckender Weise. Stärken: Hauseigenes Bier von hervorragender Qualität, vielfältiges Speisenangebot (bayerisch und italienisch) und ein architektonisch wie historisch reizvolles Ambiente. Die Kombination von Brauereisaal, Familienrestaurant und Sportsbar machte es zu einem Alleskönner der Gastronomie. Schwächen: Die immense Größe ging zulasten der Gemütlichkeit, und zuletzt blieben die Gäste aus – externe Faktoren wie Baustellen und veränderte Besucherströme führten 2017 zur Schließung​ hallo-muenchen.de . Mit der Schließung ging „eine der größten Münchner Gaststätten“ verloren. In Erinnerung bleibt das Bräuhaus als lebendiger Treffpunkt nahe der Wiesn, wo Bierkultur und Wirtshaustradition bis zuletzt hochgehalten wurden. (cg)

Fotostrecken

Kontakt und Öffnungszeiten

Hacker-Pschorr Bräuhaus
Theresienhöhe 7
80339 München

Tel. (089) 500593800
Fax. (089) 500593822

Karte und Anfahrt

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