Wochenende in Augsburg: 48 Stunden zwischen Fuggerei, Lechviertel und Stadtmarkt

Wer von München aus in zwei Stunden nach Berlin fährt, fährt an Augsburg vorbei. Das tun viele. Zu Unrecht. Die drittgrößte Stadt Bayerns gehört zu den ältesten Städten Deutschlands, trägt ein UNESCO-Welterbe in sich und kombiniert Rennaissancegeschichte mit dem entspannten Flair einer Universitätsstadt. Ein Wochenende reicht – und es reicht knapp.

Freitag: Ankunft, Stadtmarkt, erster Abend

Wer am Freitagnachmittag anreist, steuert am besten zuerst den Stadtmarkt an. Der Augsburger Stadtmarkt befindet sich mitten in der Innenstadt. Über 100 Händler bieten seit 1930 frisches Obst, Gemüse, Fleisch, Fisch, Käse, Weine und fertige Mahlzeiten an. Ein Teil davon wird im Freien verkauft, der Rest in zwei größeren Markthallen.

In den Markthallen werden in der Mittagszeit frische Salate, Suppen, italienische Spezialitäten und vieles mehr serviert. Auch für die Kaffeepause findet man hier den perfekten Platz. Der Markt schließt samstags um 14 Uhr und ist sonntags geschlossen – wer also ankommen und direkt eintauchen will, kommt am Freitag oder Samstagvormittag.

Den Abend verbringt man am besten in der Maximilianstraße. Wir sind die Maximilianstraße rauf und runter spaziert und wollten eigentlich gar nicht mehr weg. Edle Fassaden, gemütliche Cafés, historische Brunnen: Hier pulsiert das Stadtleben.

Samstag: Die Fuggerei und das Lechviertel

Der Samstag gehört der Fuggerei. Die Fuggerei ist die älteste bestehende Sozialsiedlung der Welt und wurde 1521 von Jakob Fugger gestiftet. Sie besteht aus 67 Häusern und 142 Wohnungen sowie einer eigenen Kirche. Bis heute leben hier rund 150 bedürftige Augsburger Bürger für eine Jahresmiete von 88 Cent. Im Gegenzug sprechen die Mieter täglich drei Gebete für den Stifter und seine Familie.

Im letzten original erhaltenen Wohnhaus befindet sich das historische Fuggermuseum. Dem Museum angeschlossen ist ein Weltkriegsbunker aus dem Jahr 1943, wo man sich in einer Ausstellung über den Wiederaufbau der Fuggerei nach dem Zweiten Weltkrieg informieren kann. Einplanen: mindestens zwei Stunden.

Am Nachmittag geht es ins Lechviertel. Das Lechviertel wird auch als Klein Venedig bezeichnet. Es hat über 135 Kilometer Kanal- und Bachlauf und mehr kleine Brücken als Venedig. Im Mittelalter befanden sich hier die Werkstätten von Webern, Gerbern und anderen Handwerkern. Das einst stinkende Lechviertel wurde durch Sanierungen in den 1980er-Jahren zu einer der schönsten Ecken der Altstadt.

Sonntag: Rathaus, Dom und Aufbruch

Der Sonntagmorgen bietet Zeit für den Rathausplatz. Das Augsburger Rathaus, 1615 von Elias Holl entworfen, gilt als einer der bedeutendsten Profanbauten der Renaissancearchitektur nördlich der Alpen. Der prunkvolle Goldene Saal im ersten Stock zählt zu den bedeutendsten Kulturdenkmälern der Spätrenaissance in Deutschland.

Direkt daneben: der Augsburger Dom. Der Dom hat seinen Ursprung im 8. Jahrhundert. Im Mittelschiff gibt es fünf schöne Glasgemälde von verschiedenen Propheten. Zudem sehenswert sind die Marienkapelle, die Krypta unterhalb der Kirche und der Kreuzgang.

Für alle, die mit dem Auto unterwegs sind: Wer in Augsburg wohnt und das Fahrzeug neu zulassen oder ein persönliches Kennzeichen vergeben möchte, kann ein Wunschkennzeichen in Augsburg für das Auto bequem online reservieren. Augsburg ist keine große Metropole. Aber es ist eine Stadt, die man nicht vergisst – und die man beim nächsten Mal gerne länger besucht.

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